Die Frage, die vor allen anderen steht
Bevor irgendjemand einen Schraubendreher ansetzt, wird gemessen. Nicht das Möbel, sondern der Weg. Gesucht ist die engste Stelle zwischen dem alten Stellplatz und dem neuen: das schmalste Türblatt, der Podestwechsel im Treppenhaus, die Wendung im Flur, der Aufzugsinnenraum, gelegentlich auch ein Heizkörper, der zwanzig Zentimeter in den Gang ragt.
Ein Möbel geht durch, wenn seine kleinste Diagonale kleiner ist als das lichte Maß der engsten Stelle. Deshalb passt ein Schrank, der breiter als die Tür ist, oft trotzdem hindurch, sobald er gekippt wird, und deshalb scheitert eine Eckcouch mitunter an einem Treppenpodest, obwohl sie durch jede einzelne Tür passen würde. Zwei Maße genügen für die Vorentscheidung: lichte Türbreite und die kürzeste Seite des Podests.
Zimmertüren im Bestand liegen üblicherweise bei achtzig bis sechsundachtzig Zentimetern lichter Breite, Wohnungstüren etwas darüber. Alles, was in einer Richtung darunter bleibt, muss nicht zerlegt werden. Alles, was in jeder Richtung darüber liegt, muss.
Was das Material entscheidet
Der wichtigste Unterschied liegt nicht in der Bauform, sondern im Werkstoff. Massivholz hält Schrauben, weil das Gewinde in gewachsene Fasern greift; ein Massivholzbett lässt sich fünfmal auf- und abbauen, ohne dass etwas nachgibt. Metallgestelle, Rohrrahmen und verschraubte Stahlregale sind für das Zerlegen sogar gebaut worden.
Pressspan und Spanplatte verhalten sich anders. Die Schraube hält dort nicht im Holz, sondern in verleimten Spänen. Beim ersten Ausdrehen bricht ein Teil dieses Gefüges heraus, beim zweiten Eindrehen findet die Schraube weniger Widerstand, und ab dem dritten Mal dreht sie durch. Exzenterbeschläge, jene runden Metalltöpfe mit Querschraube, sind noch empfindlicher: Reißt der Topf aus, hält die Verbindung gar nicht mehr, und ein Ersatzteil in genau dieser Bohrungstiefe zu finden ist Glückssache.
Dazu kommt die Rückwand. Bei preiswerten Schränken besteht sie aus dünner Hartfaserplatte und ist genagelt oder geklammert, nicht geschraubt. Sie hält das ganze Möbel rechtwinklig. Wer sie abnimmt, hat sie beim Zusammenbau selten wieder plan, und ein Schrank ohne rechten Winkel schließt nicht mehr. Deshalb gilt: Furnier und Massivholz zerlegen wir bedenkenlos, bei Pressspan wägen wir ab und tragen im Zweifel am Stück.
Stück für Stück durch die üblichen Verdächtigen
Für die häufigsten Möbel lässt sich die Frage vorab beantworten, ohne dass jemand vor Ort steht.
Was in der Praxis zerlegt wird und was nicht
- Schrankwand aus den achtziger Jahren: zerlegen, aber ohne Erwartung. Diese Möbel sind für einen Aufbau gedacht gewesen; oft ist der Umzug ihr letzter. Wer sie behalten will, sollte vorher entscheiden, ob sie den Aufwand wert ist
- Kleiderschrank mit Spiegeltür: Tür immer abnehmen und einzeln tragen, egal ob der Korpus zerlegt wird. Ein Spiegel im Türblatt bricht beim Kippen, nicht beim Stoßen
- Boxspringbett: nie am Stück. Kopfteil ab, Matratze runter, die beiden Untergestelle einzeln. Zusammengesetzt passt es durch keine normale Zimmertür, und das Untergestell ist trotz seiner Größe leicht
- Eckcouch: fast immer trennbar, Verbindung meist Haken oder Klammer unter dem Sitz. Vorher unter der Couch nachsehen spart eine halbe Stunde Ratlosigkeit im Treppenhaus
- Bücherregal, verschraubt: zerlegen. Bücherregale sind leer leicht und tragen sich am Stück schlecht, weil sie sich verwinden
- Massivholztisch: Beine ab, Platte einzeln. Das ist der Fall, in dem Zerlegen weder Zeit noch Substanz kostet
- Ausziehcouch mit Metallgestell: am Stück, aber mit Spanngurt gesichert. Klappt der Mechanismus beim Tragen auf, gefährdet er den Träger unten
Wenn ein Möbel nicht durchgeht und auch nicht zerlegt werden kann
Diesen Fall gibt es. Ein alter Kleiderschrank aus Massivholz, verleimt statt verschraubt, in einem Treppenhaus mit engem Auge: Dann bleiben drei Wege. Der erste ist das Fenster, wofür ein Außenaufzug nötig wäre und der Aufwand meist über dem Zeitwert des Möbels liegt. Der zweite ist das gewaltsame Zerlegen, also Sägen, was das Möbel beendet. Der dritte ist der ehrlichste: Das Stück bleibt, wird verkauft oder verwertet.
Wir sagen das lieber vorher als am Umzugstag im Treppenhaus. Wenn Sie unsicher sind, messen Sie das Möbel in allen drei Richtungen und die engste Stelle des Weges, und schicken Sie uns beides zusammen mit einem Foto. Diese Auskunft kostet nichts und verhindert die teuerste Variante, nämlich eine halbe Kolonne, die vor einer Treppe steht und wartet.
Für den umgekehrten Fall, ein einzelnes sperriges Stück ohne kompletten Umzug, holen wir es gesondert ab. Ein Sofa, das im Treppenhaus zerlegt werden muss, kostet dann ab 79 €.
Damit ein zerlegtes Möbel wieder zusammengeht
Der Aufbau scheitert fast nie an Kraft und fast immer an fehlenden Kleinteilen. Vier Gewohnheiten verhindern das zuverlässig.
Vier Handgriffe beim Zerlegen
- Vor der ersten Schraube fotografieren: das ganze Möbel, dann jede Verbindung aus der Nähe, besonders Rückwand, Scharniere und die Lage der Schubkastenschienen
- Jede Beschlaggruppe in einen eigenen Beutel und den Beutel beschriften, nicht die Schraube dem Gedächtnis überlassen. Der Beutel wird mit Klebeband innen an das größte Teil geklebt, damit er nicht mit den Kartons wandert
- Teile beschriften, wo es unsichtbar bleibt: Innenseite, Unterkante, Rückseite. Bei Schränken zusätzlich oben und unten kennzeichnen, weil Seitenteile oft nur an der Bohrung unterscheidbar sind
- Beim Aufbau alle Schrauben zuerst nur anlegen und erst festziehen, wenn das Möbel steht und im Winkel ist. Wer der Reihe nach festzieht, verspannt den Korpus und bekommt die letzte Verbindung nicht mehr zusammen
Zwei Punkte, die selten jemand sagt
Erstens: Dübel gehören zu den Teilen, die kein zweites Mal verwendet werden sollten. Sie sitzen nach dem ersten Aufbau ausgeweitet in der Bohrung und geben beim zweiten Mal nach. Ein Beutel Ersatzdübel in gängigen Größen kostet wenig und entscheidet darüber, ob der Schrank steht oder wackelt. Unsere Kräfte führen Ersatzbeschläge deshalb mit.
Zweitens: Der beste Zeitpunkt zum Zerlegen ist der Vorabend, nicht der Umzugsmorgen. Wer nachmittags feststellt, dass ein Beschlag fehlt, kann ihn am selben Tag noch besorgen. Wer es um sieben Uhr früh feststellt, während zwei Kräfte und ein Wagen warten, zahlt für diese Wartezeit. Zerlegen ist die einzige Umzugsarbeit, die sich sinnvoll vorziehen lässt, weil ein zerlegtes Möbel nachts niemanden stört.
Und ein dritter Punkt zum Abwägen: Wenn ein Möbel den zweiten Aufbau vermutlich nicht überlebt, lohnt die Rechnung vor dem Umzug. Ein zwanzig Jahre alter Pressspanschrank kostet in Zerlegen, Transport und Aufbau leicht mehr Arbeitszeit, als ein Ersatzstück wert ist. Diese Frage stellen wir beim Rundgang, weil sie nach dem Umzug niemandem mehr nützt.
Was der Montageteil kostet
Zerlegen und Aufbauen läuft bei uns über die Kraft mit Montagekoffer, und die kostet ab 29 € je Stunde. Akkuschrauber, Bitsatz und Ersatzbeschläge kommen mit; Sie müssen kein Werkzeug bereitlegen und keine Bohrmaschine leihen.
Die Einbauküche ist der Sonderfall. Sie zu lösen und am Zielort wieder zu stellen kostet ab 239 €. Strom, Wasser und Gas schließt ein zugelassener Betrieb an, nicht wir; das ist keine Zurückhaltung, sondern Vorschrift.
Wer selbst zerlegt, spart diese Stunden, sollte die Zeit aber realistisch ansetzen. Eine Schrankwand mit vier Elementen beschäftigt zwei ungeübte Personen einen halben Nachmittag, ein Boxspringbett zwanzig Minuten. Wenn Sie einen Teil selbst machen wollen, nehmen Sie die einfachen Stücke und lassen Sie uns die, bei denen ein Fehler das Möbel kostet.